Erklären Sie NORO zum No-Go – was Pflegeeinrichtungen jetzt wissen müssen.

In der Winterzeit treten immer häufiger die Noroviren auf.

Diese können, im schlimmsten Fall, binnen weniger Tage ganze Häuser erfassen und Ihre Bewohner und auch Sie und das ganze Team mit unglaublicher Geschwindigkeit außer Gefecht setzen.

Was Sie über Noroviren wissen sollten, was Sie dagegen tun können und wie Vidalis Ihnen bei der Vorbeugung größerer Ausbrüche helfen kann, lesen Sie hier.

Banner auf dem mehrere pinkfarbene Noroviren abgebildet sind mit Aufschrift "Erklären Sie NORO zum No-Go! Mit den Vidalis Aktionsartikeln sorgenfrei durch die Herbst- & Winterzeit"

Was sind Noroviren?

Noroviren gehören zur Gruppe der sog. Calciviren und sind unbehüllt. Der Name stammt vom Entdeckungsort, der Stadt Norwalk, Ohio in den USA. 1968 fegte eine regelrechte Epidemie durch den Ort, 1972 konnte dank Elektronenmikroskopen ein gemeinsamer Erreger festgestellt werden.

Noroviren verursachen heftiges Erbrechen und starken Durchfall. Ebenso treten meist Kopfschmerzen, Übelkeit und Schmerzen im Abdomen auf. Diese klinischen Symptome halten sich für gewöhnlich zwischen 12 und 48 Stunden. Der Virus tritt hauptsächlich von Oktober bis März auf.

Warum sind Noroviren so gefährlich?

Noroviren können bereits mit einer infektiösen Dosis von 10-100 Viruspartikeln ansteckend wirken. Zum Vergleich: Nur 1ml Stuhl eines Erkrankten kann bis zu 100 Millionen Viruspartikel enthalten. Die Viren können bis zu 7 Tage auf unbelebten Oberflächen überleben.

Da die Infektion oft mit unkontrollierbarem Durchfall und Erbrechen einhergeht, können Sie sich vorstellen, wie einfach die Ansteckung ist. Durch Aerosole beim Erbrechen oder durch verunreinigte Oberflächen kann der Virus leicht zuschlagen und – im worst case – ganze Einrichtungen lahmlegen.

Die Inkubationszeit ist ebenfalls sehr kurz – die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rechnet mit 6 Stunden bis zu 2 Tagen. Das heißt dass, mit etwas Pech, eine angesteckte Pflegekraft noch am selben Tag selbst krank wird und hoch ansteckend wird.

Entsprechend können sich Noroviren durch Pflegeeinrichtungen regelrecht hindurchfegen, wenn man sich nicht schützt. Die hohe Ansteckungsfähigkeit kann zu einer raschen Durchseuchung führen.

Besonders in Einrichtungen für Senioren oder Kinder ist der Virus gefährlich: neben den schmerzhaften und unangenehmen Symptomen kommt auch noch der Flüssigkeitsverlust, die Erschöpfung etc. durch den Durchfall hinzu. Da diese sich zudem nicht unbedingt an alle Hygienevorschriften streng halten, kann der Virus sich zudem leicht ausbreiten.

Zwar klingen die Beschwerden einigermaßen schnell wieder ab, infizierte Personen sind jedoch auch nach Ende der Symptome ansteckend. In den zwei Tagen nach Abklingen der Symptome werden die meisten, noch immer ansteckenden, Erreger über den Stuhl ausgeschieden. Daher raten BzgA und RKI dazu, frühestens zwei Tage nach Ende der Symptome wieder die Arbeit aufzunehmen. 4-6 Wochen im Nachgang sollte zudem die Händehygiene besonders aufmerksam befolgt werden: also Händewaschen, Desinfizieren und regelmäßiges Wechseln von Handschuhen, wenn vorhanden.

Das führt zum letzten Problem, das eher organisatorischer Natur ist: ein Norovirus-Ausbruch kann Ihre Belegschaft komplett lahmlegen.

Es muss sich nur ein Patient vor Ihrer Pflegekraft übergeben und schon ist die Gefahr durch Aerosole da. Gerade bei älteren, bettlägigeren Patienten, die bewegt werden sollten usw. ist die Bedrohung überall. Da die Viren zudem sehr hartnäckig sind, können infizierte Textilien, Türklinken, Toilettensitze usw. noch viele Tage danach zu regelrechten Minenfeldern werden. Das, in Kombination mit dem schnellen Ausbruch der Symptome kann dazu führen, dass Sie nur einen halben Tag nach Ausbruch nur noch mit halber Belegschaft dastehen.

Dass das in Zeiten von Personalmangel besonders unangenehm ist, müssen wir wohl nicht extra erklären.

Was kann ich gegen Noroviren machen?

Schnell handeln

Das Wichtigste ist rasches Handeln. Sobald Sie den ersten Hinweis auf Noroviren in Ihrer Einrichtung haben, zögern Sie nicht. Leiten Sie sofort Maßnahmen ein, selbst wenn der Norovirus noch nicht bestätigt wurde. 
Noroviren sind nur über Stuhlproben nachzuweisen – bis diese jedoch untersucht wurden, kann wertvolle Zeit vergehen. Vorsicht ist also besser als Nachsicht.

Hygiene

Am Anfang einer jeden Hygiene steht Wissen. Schulen Sie daher Ihr Personal und Ihre Bewohner:innen über Hygienemaßnahmen, allen voran Händedesinfektion, sowie der korrekte Umgang mit Pflegeausrüstung (z.B. dem Ablegen von Handschuhen und dem Einsatz von Desinfektionsmittel).

  • Ihr Personal sollte sich nach Ablegen der Handschuhe und vor Verlassen des Isolationszimmers die Hände desinfizieren.
  • Ebenso sollten Kontaktflächen wie Türgriffe, Toiletten, Waschbecken usw. täglich, wenn nicht häufiger, mit viruziden Flächendesinfektionsmitteln desinfiziert werden.
  • Alle Pflegeutensilien sollten desinfiziert werden. Idealerweise verwenden Sie Ihre Pflegeutensilien nur personenbezogen.
  • Geschirr und Wäsche sollten bei über 60°C gewaschen werden. Nutzen Sie für die Wäsche ein chemo-thermisches Waschverfahren.
  • Sammeln Sie den Abfall gesondert im Zimmer. Transportieren Sie ihn nur verschlossen.

Quarantäne

Betroffene Bewohner:innen müssen so schnell wie möglich isoliert werden, ggf. ist eine Kohortenisolierung nötig. Stellen Sie sicher, dass die isolierten Bewohner:innen über ein eigenes WC verfügen, damit sie nicht auf Gemeinschaftstoiletten müssen.

Kontaktpersonen wie Familienmitglieder sind in jedem Fall auf die Krankheit, sowie die Infektionsmöglichkeiten hinzuweisen.
Bewohner:innen und Pflegepersonal
sollten sich so wenig wie möglich zwischen den Stationen bewegen, um die Infektion innerhalb der Einrichtung zu isolieren.

Sobald bei Ihrem Personal auch nur die geringsten gastrointestinalen Beschwerden auftreten: Stellen Sie sie frei und lassen Sie sie allerfrühestens 2 Tage nach Abklingen der Symptome wieder die Arbeit aufnehmen. Auch hier ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Equipment

Stellen Sie sicher, dass Ihr Personal gut ausgerüstet ist und dass alle Pflegeutensilien regelmäßig desinfiziert werden.

Da die Viren sich via Aerosolen übertragen können, sollte Ihr Personal über mindestens FFP2-Masken, Schutzbrillen und –hauben verfügen, sowie Schutzkittel tragen.

Für die Pflege sollten natürlich Einweghandschuhe getragen werden. Achten Sie besonders darauf, dass die Handschuhe bei Verlassen des Krankenzimmers entsorgt werden – die beste Vorsorge nützt nichts, wenn die Viren an den Handschuhen durch Ihr Heim getragen werden.

Stellen Sie sicher, dass Müll, Wäsche und Geschirr separat transportiert werden!

Da die Viren unbehüllt sind, sollten Ihre Hände– und Flächendesinfektionsmittel viruzid sein.

Grundsätzlich gilt bei Noroviren: lieber schnell handeln, als zu spät. Die Risiken, die ein Ausbruch mit sich bringt, sind groß. Klären Sie Ihr Personal und Ihre Bewohner:innen auf, achten Sie penibel auf die Einhaltung von Hygienevorschriften und nehmen Sie die Krankheit ernst. Dann können Sie den Ausbruch begrenzen und bestenfalls im Keim ersticken.

Um Sie dabei zu unterstützen, läuft derzeit noch unsere Aktion „Erklären Sie Noro zum No-Go“. Auf unserer Aktionsseite finden Sie alles, was Sie an Ausrüstung brauchen, um gegen den Norovirus gewappnet zu sein.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Wir bieten persönliche Beratung durch unsere Expert:innen unter

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